Wie vor einiger Zeit versprochen, hier nun meine Testergebnisse vom Vergleich des Polar s3 Laufsensor mit dem pendant SDM4 von Garmin. Wer mehr über die grundlegende Funktionsweise der Sensoren wissen möchte, sei an dieser Stelle auf die Seite „Technischer Hintergrund der Polar Laufsensoren“ verwiesen. Zunächst einmal hat der Garmin Sensor im Vergleich der Größe und dem Gewicht die Nase vorne. Mit insgesamt 35x25x7,5mm und 9g schlägt der SDM4 den Polar Sensor mit seinen 55x40x13mm und 28g deutlich. Allerdings verwendet der Polar s3 Laufsensor eine deutlich größere Batterie, die eventuell eine längere Laufzeit ermöglicht. Diese liegt aus eigener Erfahrung beim Polar s3 deutlich über den von vom Hersteller angegebenen 200 Betriebsstunden. Garmin gibt eine Betriebszeit von 400h an, welche ich allerdings mit meinem SDM4 noch längst nicht erreicht habe. Bei der Inbetriebnahme unterscheiden sich allerdings beide Geräte ein wenig. Muss man bei Polar den s3 Laufsensor, wie z.B. bei Bluetoothgeräten, mit dem Armbandempfänger fest koppeln, so muss man dies beim Garmin nicht. Dies kann insbesondere in der heißen Phase vor dem Start eines Rennens zu Problemen führen, wenn man seinen Forerunner startet und sich andere Garmin Laufsensoren noch in der Nähe befinden. Mir ist das allerdings noch nicht passiert, da ich meinen 310xt schon deutlich früher starte (auch wegen des GPS Empfanges) und dann erst mich in den Startblock stelle.

Größenvergleich von Polar s3 und Garmin SDM4 Laufsensor

Quelle: Polar S3 vs. Garmin SDM4 Laufsensor

Nun aber zum eigentlichen Test. Um es vorweg zu sagen, hierbei handelt es sich um keine wissenschaftliche Studie, sondern nur um meine persönlichen Erfahrungen. Zwar habe, wie Ihr noch sehen werdet, größte Sorgfalt darauf gelegt, dass die „Testverhälnise“ reproduzierbar waren, allerdings liegen nur die Daten eines Läufers, nämlich mir selbst vor. Wollte man eine abschließende Aussage über die Genauigkeit der Systeme treffen wollen, so benötigt man eine Testgruppe von 25 bis 50 Läufern. Ich selbst habe die Sensoren einmal an den Schuhen (Adidas SupernovaCSH) gemäß Bedienungsanleitung angebracht und über den gesamten Testzeitraum unverändert montiert gelassen. Auch habe ich nach Ablauf meiner Testphase die Sensoren am jeweiligen anderen Schuh montiert um ausschließen zu können, dass der Fuß (links/rechts) einen Einfluss auf die Ergebnisse hat. Dem war auch nicht so und die Messwerte waren im Mittel identisch. der Ablauf des Trainings war, bis auf die Geschwindigkeit, immer gleich. So bin ich immer die identsche Strecke von 13,030km gelaufen. Die Distanz habe ich mit meinem Mountainbike ermittelt, welches eine Abweichung von weniger als 50cm auf 2km hat. Die Strecke führt auf 9,857km (76%) über Asphalt und auf 3,188km (24%) über befestigte Feld- oder Waldwege. Insgesamt sind auf diese Weise 22 Läufe mit über 286km Gesamtlänge zusammengekommen.  Die Wetterbedingungen waren in einer Spanne von 17-23°C von heiter bis wolkig, ebenso vergleichbar wie der Zustand des Untergrundes. Bei der Geschwindigkeit habe ich extrem darauf geachtet, dass Sie in einem Bereich von +/- 7sek/km in Bezug auf die Zielgeschwindigkeit blieb. Auch bei den Einheiten mit 4:15 hat das reibungslos geklappt, wohingegen ich Einheiten mit 4:00/km rausgenommen hab.

Diagramm der geschwindigkeitsabhängigen Kalibrierungsfaktoren vom Polar s3 und Garmin SDM4 Laufsensor

Um das Ergebnis etwas übersichtlicher darzustellen, habe ich die Werte jeweils für die angegebenen Geschwindigkeiten gemittelt. Die Streuung der Werte innerhalb eines Messwertebereiches war allerdings auch entsprechend gering. Wenn man einen idealen Kalibrierungsfaktor haben könnte, so wär eine im Schaubild eine waagrechte Gerade optimal, wenn Sie noch auf dem Kalibrierungswert von 1.000 liegen würde, wäre Sie ideal (und man könnte sich den Kalibrierungsfaktor sparen). Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass der Garmin SDM4 der bessere Sensor wäre, weil seine Kurve durchweg näher an den idealem Klaibrierungsfaktor von 1.000 liegt. Sprich die Abweichung ist unkalibriert genauer als die vergleichbare Abweichung von Polar s3. Allerdings ist die Spannweite mit „26 Punkten“ und auch die Streuung deutlich größer als bei Polar. Hier liegt die die Spannweite bei nur „17 Punkten“ und die Streuung ist mit „6,1 Punkten“ ebenfalls erheblich niedriger als beim Garmin mit „10,7 Punkten“.  Was bedeutet dies jetzt genau. Bei Garmin stellen 26 Punkte 26m pro Kilometer dar. Stellt man den Kalibrierungsfaktor auf den Mittelwert der Spannweite ein, so bedeutet dies eine maximale Abweichung von +/-13m oder +/-1,3%. Beim Polar sind die Werte mit +/-8,5m bzw. +/-0,85% entsprechend geringer. Dies sieht man auch im Schaubild an der deutlich flacheren linearen Näherungsgeraden.

Fazit:
Die Unterschiede bei Gewicht, Batterielaufzeit, Genauigkeit und letztendlich dem Preis sind äußerst gering. Der Garmin SDM4 punktet mit dem niedrigeren Gewicht und dem besseren Werten bei der unklibrierten Verwendung. Der Platzhirsch Polar s3 bleibt aber für erfahrene oder technisch versierte Benutzer die genauere Lösung.

Der Test: Garmin SDM4 vs. Polar s3 Laufsensor
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