Auf das Bild klicken um es zu vergrößern...

Quelle: Polar Electro Oy.

Nachdem vor etwas über einem Jahr wichtige Patente vom Marktführer SRM im Bereich der Leistungsmessung ausgelaufen sind, kommt so langsam Bewegung in diesen Markt. Nach “Quarq” setzt nun auch Saxonar auf das bewerte Konzept der Dehn-Messstreifen im Bereich des Kurbelsternes. Polar & Look, aber auch O_Synce, gehen aber mit Ihren pedalbasierten Konzepten völlig neue Wege. Dabei bieten diese, neben der Leistung und Trittfrequenz, teilweise weitere nützliche Messwerte. Während Polar & Look Ihre Messelektronik in die Pedalachse integrieren, geht O_Synce noch einen Schtitt näher an die Füße des Athleten heran, da die Messelektronik in das jeweilige Pedal selbst integriert wird. Ob und wenn ja welches System das Hält, was es verspricht bleibt abzuwarten. Aber die Chancen stehen gut, dass sich im Preis-Leistungsverhältnis gegenüber dem „Monolplisten“ SRM etwas tut und der Ausblick auf 2011 wird daher sehr interessant!

Polar und Look PressekonferenzPolar und Look PressekonferenzPolar und Look PressekonferenzPolar und Look PressekonferenzPolar und Look Pressekonferenz

Quelle: Polar und Look Pressekonferenz - Auf ein Bild klicken, um es zu vergrößern...

Kommen wir zunächst einmal zum “Platzhirsch” unter den drei Newcomern. Dies ist zweifelsohne das P5 genannte System von Polar und Look. Jeweils in der hohlen Pedalachse sitzen acht Dehn-Messstreifen. Grundsätzlich geht diese Technik, so der Look Geschäftsführer Thierry Fournier auf der EuroBike, auf eigene Labormessanordnung zur Pedalentwicklung aus dem Jahre 2000 zurück. Diese wurden 2003 teilweise auch patentiert. Da die Elektronik größtenteils in der Pedalachse untergebracht ist, unterscheidet es sich ansonsten kaum zum normalen Kéo Pedal, lässt alle sämtliche gewohnten Montagepositionen der Schuhplatten zu und ist, hinsichtlich der Haltbarkeit, ebenfalls dreifach gelagert und doppelt gedichtet. Der Polar P5 Sensor wird mit Hilfe eines Steckers auf der Innenseite in die Pedalachse gesteckt. Hierin befindet sich jeweils eine Batterie zur Stromversorgung und die entsprechende Elektronik zur Leistungsberechnung und Datenübertragung zum Trainingscomputer. [Update:] Am linken Pedalsensor schaltet man den P5 Sensor mit Hilfe eines großflächigen Druckknopfes ein. Zudem wählt man dort die entsprechende Kurbellänge von 170, 172,5, 175 oder 177,5mm aus. Vor jedem Training führt jedes Pedal selbstständig eine ca. zwei Sekudnen dauernde Kalibrierung selbstständig durch. [/Update] Die Batterielaufzeit soll bei täglicher Benutzung ca. fünf Monate betragen. Das nun wichtigste ist aber die Leistungsmessung. Diese soll mit einer Genauigkeit von +/- 2% bestimmt werden. Zusätzlich kann das Polar Look Power Pedal die Leistungsverteilung der Beine ermitteln. Dieser Wert wird häufig auch “Rechts-Links Balance” genannt. Ebenfalls wird die Trittfrequenz an den kompatiblen Trainingscomputer übertragen. Aktuell ist der Polar CS500, CS600x und dessen Vorgänger CS600 kompatibel. Das Gewicht des Sensors liegt bei ca. 20g pro Pedalseite. Ein weiterer Vorteil des Systems ist, dass es schnell zwischen verschiedenen Rädern gewechselt werden kann. Hierfür benötigt man lediglich den entsprechenden Maulschlüssel um das Pedal lösen zu können. Insgesamt soll das Gewicht bei ca. 448g für beide Look Kéo Pedale samt Schuhplatten, Befestigungsschrauben und zweier P5 Sensoren liegen. Dies wären 118g mehr als für einen vergleichbares Look Kéo Pedalsystem mit 330g.

Polar und Look MessestandPolar und Look MessestandPolar und Look MessestandPolar und Look MessestandPolar und Look Messestand

Quelle: Bilder vom Polar und Look Messestand - Auf ein Bild klicken, um es zu vergrößern...

Der Polar P5 Sensor und das Look Kéo Power Pedal soll ab Frühjahr 2011 für ca. 1500 – 1800€ erhältlich sein. Auch ist momentan nur ein Pedalmodell vorgesehen und entsprechend wird es vorerst keine MTB-Version geben. Leider war weder am Look noch am Polar Stand ein funktionstüchtiges System ausgestellt. Lediglich “Prototypen” konnte man „anfassen“.

Alle weiteren genauen technischen Daten finden sich im offiziellen Datenblatt.

Auf das Bild klicken um es zu vergrößern...

Quelle: Saxony GmbH

Die zweite, ebenfalls außergewöhnliche Neuheit, ist der Leistungssensor Power2Max von Saxonar. Im Gegensatz zum Polar & Look P5 setzt der Power2Max allerdings auf eine Kombination aus vier Dehn-Messstreifen, einem Beschleunigungs- und einem Temperatursensor. Die Macher, es war der Geschäftsführer, sein Partner und leitender Ingenieur in Personalunion vor Ort, setzen bei Ihrem Konzept auf einen Leistungssensor für die breite Masse. Sprich Alles in Allem, also mit passender Kurbel und entsprechenden Trainingscomputer sollte der Power2Max unter der 1000€ Marke bleiben, ohne dabei auf wichtige Merkmale wie Genauigkeit oder Haltbarkeit zu verzichten. Sprich bei Saxonar hat man den Leistungssensor so ausgelegt, dass er, eine kompatible Kurbel vorausgesetzt, selbst mit einfachem Werkzeug montiert werden kann. Alle wichtigen Serviceleistungen, durch die komplett vergossene Konstruktion ist nur ein Batteriewechsel nötig, kann jeder Kunde ebenfalls selber durchführen. Der Sensor ist kompatibel zum ANT+ Standard. Der Segen mit vielen kompatiblen Geräten auf der einen Seite wird allerdings auch teuer „erkauft“. Zwar werden somit die Daten in 250ms Intervallen auf die Sekunde gerundet übertragen, doch könnte theoretisch der Sensor auch das Drehmoment (Torque) ermitteln und übertragen. Das gleiche gilt für eine manuelle Kalibrierung/Validierung, welche wie bei SRM z.B. mittels Prüfgewicht möglich wäre. Diese Möglichkeit bietet das ANT+ Format ebenfalls nicht. Letzere ist aber dank der automatischen Kalibrierung im Leerlauf beziehungsweise mittels der integrierten Logic bei anhaltendem pedalieren entbehrlich. Zusätzlich zur aktuellen Leistung wird die Trittfrequenz ebenfalls und erfasst und an den ANT+ kompatiblen Radtacho übertragen.

Die ausgestellten Geräte waren, dem augenschein nach, serienreif und auch das bereitgestellte Testrad lässt definitiv Großes erwarten. Selbst die Verpackung ist schon fertig. Auf Grund der anziehenden Wirtschaft ist das einzige Problem für Saxonar die entsprechenden elektronischen Bauteile zeitnah zu organisieren. Da die Sachsen zunächst eher kleine Kunden sind, lässt der ein oder andere Hersteller sie mit Lieferzeiten von mehreren Monaten hängen. Ziel ist und bleiben aber auf jeden Fall die ersten Power2Max Sensoren den Kunden unter den Weihnachtsbaum zu legen.

Bilder vom Saxonar MessestandBilder vom Saxonar MessestandBilder vom Saxonar MessestandBilder vom Saxonar MessestandBilder vom Saxonar Messestand

Quelle: Bilder vom Saxonar Messestand - Auf ein Bild klicken, um es zu vergrößern...


Auf das Bild klicken um es zu vergrößern...

Quelle: o-synce Europe GmbH

Die “letzte” Neuvorstellung war der iCycloPower aus dem Hause O_Synce. Die weinheimer Ingenieure hatten ein Prototypenträger aufgestellt, welcher direkt an einen PC angeschlossen war. Hier konnte man die diversen Kräfte auf die Pedalachse visualisieren. Das Pedal stammt von taiwanesischen Hersteller Wellgo, welcher vorallem als großen OEM Hersteller bekannt ist. Es sind verschiedene Versionen welche mit den aktuellen Pedalsystemen, kompatiblen sein sollen angedacht. Der Status des Projekts ist nach dem Nachweis der prinzipiellen Tauglichkeit nun auf die Entwicklung eines entsprechenden funktionsfähigen Prototypen fortgeschritten. Die Übertragung vom Pedal zum “Gehirn”, einer kleinen Rechen- und Übertragungseinheit unterm Flaschenhalter, zum Tacho funktioniert ebenso, wie das Pedal samt integriertem Batteriefach selbst. Nun gilt es das Pedal im Labor und in der harten Realität ausgiebig zu Testen und zu verbessern. [Update 2:] Im Gegensatz zum oben beschriebenen Polar & Look Pedal, misst das iCycloPower Pedal die auftretende Kraft nicht in der Pedalachse, sondern direkt im Pedalkörper selbst. Prinzipiell ist man daher auf der einen Seite noch ein Tick näher an der Krafteinleitung dran, also genauer und auf der anderen Seite auch unabhängiger vom gewählten Pedalsystem und der Schuplattengeometrie. [/Update] Bei O_Synce ist man zuversichtlich ein fertiges Produkt im späten Frühjahr oder Sommer 2011 den gewillten Kunden anbieten zu können. Hier werde ich ebenfalls wie bei Power2Max mit den Entwicklern in Verbindung bleiben um in meinem Blog weiter aktuell berichten zu können.

EuroBike: Neue Leistungsmesssysteme in Form von Saxonar Power2Max, o_synce iCycloPower und Polar / Look P5 Sensoren [Update 2]
0 Stimmen, 0.00 durchschnittliche Bewertung (0% Ergebnis)