Der Test: Adidas MiCoach Pacer

Anfang 2010 startete Adidas mit dem MiCoach Pacer und seiner überarbeiteten MiCoach Webseite einen Angriff auf die US-amerikanische Nike+iPod Allianz. Nachdem ich nun einen MiCoach Pacer den kompletten Sommer über regelmäßig verwenden konnte, möchte ich nun hier meine Erfahrungen schildern.

Kompletter Lieferumfang des Adidas Pacer Produktsets

Meinen Bericht gliedere ich in drei Abschnitte, welche folgende Themen umfassen:

1. Die Hardware – Pulsgurt, Laufsensor und MiCoach Pacer mit Audiofeedback
2. Die Software – Trainingstagebuch und virtueller Coach
3. Fazit und meine persönlichen Erfahrungen

Die Hardware : Pulsgurt, Laufsensor und MiCoach Pacer mit Audiofeedback

Der MiCoach Pacer besteht aus drei Komponenten. Zunächst wäre da der Pacer selbst, welcher entweder zwischen MP3 Player und Kopfhörer oder direkt an die Kopfhörer angeschlossen werden kann. Das Bedienkonzept erinnert an Apples iPod shuffle, da der Pacer nur Tasten und kein Display bietet. Sämtliches Feedback wird, abgesehen von zwei Kontroll-LEDs, akustisch über den Kopfhörer ausgegeben. Einzig ein Schiebeschalter über welchen man das Gerät ein und ausschaltet, sowie den Trainingsmodus wählen kann und drei Drucktaster für verschiedenen Funktionen wie Lautstärkeregelung, Trainingsstart oder Rundenzeitenahme mit einer Ansage der aktuellen Werte sind noch vorhanden. Im Lieferumfang ist zusätzlich zum Pacer noch ein Kopfhörer mit nur einem “Ohrknopf” enthalten. Diesen habe ich leider nie benutzt, da ich die Kopfhörer meines MP3 Players verwendet habe. Hier kommt schon das erste kleine Manko. Sofern der MP3 Player im Kopfhörer eine Fernbedienung integriert hat, unterbricht der Pacer diese Signale. Bei meinem Apple iPod shuffle konnte ich mit zwischen geschaltetem Pacer nicht mehr zwischen Musiktiteln springen oder die Lautstärke verändern. Insofern ist die Werbung “Funktioniert mit jedem MP3-Player der Welt!” etwas irreführend. Steckt man zunächst den Pacer dazwischen und schaltet dann erst den Shuffle ein, so startet zumindest die Musikwiedergabe in der zuletzt eingestellten Lautstärke.

Adidas Pacer angeschlossen an einen iPod shuffle 3.Gen

Als zweiten wichtigen Hardwarebestandteil ist der Pulsgurt zu nennen. Dieser ist abgesehen vom Gehäuse und Herstellerlogo baugleich mit dem Garmin Premium Textil Brustgurt und stammt wohl vom selben Zulieferer Dynastream Inc. Der Pulsgurt funktioniert problemlos und ist auch angemessen akkurat. Sowohl im Garmin- aber auch Adidasforum liest man aber häufiger von Problemen mit der Herzfrequenzerfassung. Abhilfe schafft hier der Marktführer Polar. Da der WearLink+ Brustgurt die selben Abmessungen bezüglich der Druckknöpfe hat, kann man sich diesen als “Ersatzteil” nachkaufen und so von der langjährigen Polar Erfahrung hinsichtlich textiler Brustgurte profitieren. Ebenfalls stammt der Laufsensor von einem Zulieferer und ist wiederum identisch mit dem Garmin SDM4 Laufsensor. Entsprechende der Genauigkeit habe ich keine Unterschiede feststellen können. Sowohl die gemessenen Distanzen, als auch die Schrittfrequenz stimmten absolut überein. Anbei die schon aus meinem Garmin SDM4 vs. Polar s3 Laufsensor Vergleich bekannte Vergleichstabelle der Korrekturfaktoren. Diese variieren bekanntermaßen, je nach Geschwindigkeit. Die ausführliche Auswertung findet Ihr im original Artikel.

Bei der Hardware bekommt man bei einen wesentlich günstigeren Preis also Technik, welche Up-to-Date ist. Garmin verlangt für die im Pacer enthaltenen Komponenten, wesentlich mehr Euros, als Adidas. Hier würde sich für den Ein oder Anderen Garmin-User auch Sparpotenzial ergeben, sofern er sich zu seinem Forerunner noch einen Laufsensor oder den bequemeren Brustgurt zulegen möchte. Den Pacer selbst bekommt er dann obendrauf “geschenkt”.

Diagram der verschieden Laufsensor

Während des Trainings, von Adidas Workout genannt, ist der MiCoach Pacer sehr unauffällig und reduziert seine Aktionen auf das absolut nötigste. Sofern man ein freies Workout durchführt und keinen Knopf drückt, hört man die MiCoach Stimme nur am Anfang und Ende des Workout. Absolviert man ein Workout eines Trainingsplanes oder ein individuell erstelltes Workout, erinnert einen der Pacer an die Zonengrenzen, sofern man eine zu niedrige/hohe Herzfrequenz oder Geschwindigkeit erreicht. Größtes mir aufgefallenes Manko ist, dass dem MiCoach Pacer weder Zwischenzeiten noch automatische Runden mit wiederkehrender Ansage kennt. Alle 1000m oder 4, 5 bzw. 6min mal den aktuellen Stand zu erfahren ist eigentlich eine unabdingbare Grundfunktion. Vor allem wenn man nicht, wie bei einer gewöhnlichen Pulsuhr, mal schnell aufs Display schauen kann. Immerhin besteht auf Grund der Firmware-Update Möglichkeiten des Pacers die Hoffnung auf eine Nachrüstung dieser Funktionen.

Teil 1: Die Hardware: Pulsgurt, Laufsensor und MiCoach Pacer mit Audiofeedback
Teil 2: Die Software – Trainingstagebuch und virtueller Coach
Teil 3: Fazit und meine persönlichen Erfahrungen

Der Test: Adidas MiCoach Pacer
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    #1 Artikel von Tobi  (Vor 7 Jahren)

    Tolles Gerät. Ich nutze es auch schon eine ganze Weile und im Gegensatz zu vielen ähnlichen Geräte kann man dieses eher so nebenbei mit sich führen. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden damit.

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