Garmin Edge800 und CycleOps Joule 2.0

Garmin Edge800 und CycleOps Joule 2.0

Im Laufe der Woche hat mich ein Paket aus Norddeutschland erreicht. Enthalten war ein CycleOps Joule 2.0 Fahrradtacho welchen uns der deutsche Importeur SportImport freundlicher Weise für einen eingehenden Test zur Verfügung gestellt hat. den Joule 2.0 gibt es in zwei Versionen, einmal in einer minimalistischen Ausführung in welcher lediglich der Tacho selbst, eine Lenker- bzw. Vorbauhalterung, ein USB Kabel, die CycleOps PowerAgent 7 Software für Windows, Mac oder Linux und eine mehrsprachige Schnellstartanleitung enthalten ist. Im Komplettpaket gibt es noch einen Standard ANT+ Brustgurt und ein kombinierten Geschwindigkeits- / Trittfrequenzsensor mit dazu. Da vielerlei ANT+ Sensoren an den Testrädern schon montiert sind, reicht auch das erstere Paket. Aus Umweltgesichtspunkten eine erfreuliche Nachricht: Da USB Steckplätze an jedem Computer und mittlerweile auch von vielen Smartphone Netzteilen bereitgestellt werden, hat der Hersteller auf ein separates Netzteil verzichtet.

Auf den ersten Blick wirkt der Joule 2.0 neben dem Garmin Edge 800 zunächst wie ein „hässliches“ graugelbes Entlein. Auch fehlen Ihm gegenüber der Konkurrenz sämtliche GPS Funktionalitäten. Doch schaut man Ihn sich genauer an, so bietet er viele Details, welche gerade für ambitionierte Radsportler oder Triathleten sehr nützlich sind. Dies ist zu allererst die Möglichkeit sich den TrainingStressScore (TSS) und Normalized Power (NP) in Echtzeit auf dem Gerät anzeigt werden kann. Auch die Verwendungsmöglichkeit mit vielen unterschiedlichen Sensoren und somit Rädern kommt Athleten mit größerem Fuhrpark genauso gelegen wie die vielen Möglichkeiten sich ein Trainingseinheiten (Workout) mit Intervallen oder flexibel gewählten Zielzonen vorprogrammieren. Zuletzt ist der wechselbare Akku und der flexibel durch eine MicroSD Karte erweiterbare Speicher auf längere Sicht sehr anwenderfreundlich.

CycleOps Joule 2.0 samt Originalverpackung

CycleOps Joule 2.0 samt Originalverpackung

Zunächst einmal zu den technischen Daten des Joule 2.0 Radcomputers:

  • Gewicht von 76g (incl. 2GB MicroSD Speicherkarte)
  • Gewicht der Halterung samt Kabelbinder: 16g
  • Gehäusegröße: 8,7 x 4,9 x 2,2 cm
  • Displaygröße von 3,3 x 4,2 cm mit 126 x 160 Pixel und weißer Hintergrundbeleuchtung
  • integrierter barometrischer Höhensensor
  • kompatibel mit ANT+ Herzfrequenz-, Geschwindigkeits-, Trittfrequenz- und Leistungsmesssensoren
  • maximale Anzahl der Sensoren ist (quasi) unbegrenzt und somit können sehr viele Räder mit einem Joule 2.0 verwendet werden
  • Auswechselbarer Lithium-Polymer Akku mit einer Laufzeit von ca. 20h
  • Interner Speicher von 4MB, welcher für bis zu. 20h Aufzeichnung im 1s Modus reicht. Der Speicher ist mit einer MicroSD Karte (max. 2GB) erweiterbar 

Die Montage ist einfach und geht innerhalb von 2min von der Hand. Doppelklebeband auf der Halterung aufbringen, Kabelbinder durchziehen und am Vorbau anbringen. Das einzige Manko ist rein optischer Natur, da die Unterseite des Tachos durch die klobige Halterung ca. 1,4cm über dem Vorbau schwebt. Da am Testrad schon ein Garmin GSC10 samt Leistungssensor vorhanden ist, entfiel Montagearbeit der Sensoren. Diese ist allerdings genauso einfach wie die der Lenkerhalterung, nur dass man hierbei noch auf die Ausrichtung und Montage der Magneten achten muss. Das Koppeln der Sensoren geht ebenfalls schnell von der Hand, da das entsprechende Menü übersichtlich gestaltet und somit leicht verständlich ist. Aktive Sensoren werden genauso eindeutig gekennzeichnet, wie Sensoren, welche gekoppelt und sich entweder innerhalb oder außerhalb der Empfangsreichweite befinden.

Verschieden Displayansichten des CycleOps Joule 2.0

Verschieden Displayansichten des CycleOps Joule 2.0

Der Joule 2.0 verfügt über vier Betriebsmodi. Dies wäre Anzeige (Dashboard), Berichte (Reports), Aktivitäten (Activities) und Menü (Menu). Die wichtigste Funktion während des Trainings ist natürlich die Anzeige und welche Möglichkeiten es gibt, diese seinen eigenen Ansprüchen entsprechend anzupassen. Dabei bestehen 36 verschieden Anzeigemöglichkeiten in 12 Anzeigekategorien zur Verfügung. Alle Möglichkeiten zählt die links angefügte Tabelle auf wobei jeweils eine Zeile eine Anzeigekategorie darstellt. Diese sieht dann während des Trainings wie links oben dargestellt aus, wobei die sechs oberen Werte fest sind, und man in der untersten Zeile die jeweils anderen beiden Werte der Anzeigekategorie dargestellt bekommt. Im Beispiel ist sozusagen Leistung (Watts) links oben angeklickt und somit werden einem unten die durchschnittliche und maximale Leistung in Watt angezeigt. Würde man nun zur Trittfrequenz (CAD) wechseln, so würde einem die durchschnittliche und maximale Trittfrequenz in der untersten Zeile angezeigt werden. Die Anzeige kann man sich bequem über die mitgelieferte PowerAgent 7 Software konfigurieren.

Während des Trainings hat man die Möglichkeit entweder die Intervall– oder die Workout-Funktion zu verwenden. Erstere wird bei vielen anderen Herstellern als “freies” Training bezeichnet, während man letztlich durch die Intervallfunktion sich manuell “Zwichenzeiten” bzw. “Runden” nehmen kann. Der einige Unterschied zu den Mitbewerbern ist hierbei, dass man zum Beenden eines Intervalles einmal die Intervalltaste drücken muss und sofern man das nächste Intervall gleich starten möchte, nochmals die selbe Taste drücken muss. Sprich das nächste Intervall wird nicht automatisch beim Beenden des vorherigen gestartet. Mittlerweile hat CycleOps die Firmware (Fw 14.063 oder neuer) dahingehend überarbeitet, dass das Beenden eines Intervalles automatisch das nächste Intervall startet. Die Workout-Funktion bietet die Möglichkeit komplexe Trainingseinheiten vorab mit Aufwärmzeit, verschiedenen Belastungs- sowie Erholungsphasen und einen letzten Abschnitt zum Ausrollen einzuprogrammieren. Auch hier hilft wieder die PowerAgent 7 Software bei der Konfiguration und Übertragung an den Radcomputer. Dies Funktion ist allerdings so umfangreich, so dass dies erst im ausführlichen Testbericht detaillierter aufgezeigt werden kann. Gleichzeit werden wir ausprobieren, ob sich diese Funktion auch mit anderen Softwarelösungen wie TrainingPeaks WKO+ oder dem OpenSource Projekt GoldenCheetah nutzen lässt.

Die mitgelieferte Software kann man jederzeit auch kostenlos herunterladen werden. Dies empfiehlt sich, da man somit auch sicher gehen kann, die aktuellste Version zu installieren. Diese setzt die Java Runtime voraus und steht dafür für alle wichtigen Softwareplattformen wie Windows, Mac OS X oder Linux zur Verfügung. Eventuell lässt sich der PowerAgent vom Hersteller sogar leicht auf Android portieren, so dass man diese Software zukünftig auch auf einem Tablet nutzen könnte. Allerdings hat der Hersteller CycleOps noch nichts in diese Richtung verlauten lassen. Die Software hilft einem nicht nur bei der obligatorischen Trainingsauswertung, sondern kann neben der angesprochenen Konfiguration der Anzeige und der Workouts auch die Firmware des Joule 2.0 aktualisieren. Auch an dieser Stelle verweise ich auf den ausführlichen Testbericht in einigen Wochen.

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Quellenverzeichnis:
CycleOps Joule 2.0 Bedienungsanleitung
Buchtipp:
Training and Racing with a Power Meter von Hunter Allen und Andrew Coggan

Erster Eindruck: CycleOps Joule 2.0 Radtacho
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