Erster Eindruck: Garmin Edge800 mit TopoMaps
Gut drei Monate sind seit der EuroBike vergangen und Garmin hat nun pünktlich zum Weihnachtsgeschäft sein neues Navigationsflaggschiff für Radsportler ausgeliefert. Wohl als einer der Ersten konnte ich einen Edge800 samt Premium Comfort Brustgurt, GSC10 Geschwindigkeits- und Trittfrequenzsensor und deutschlandweiter TopMap in den Händen halten. Allerdings erreichte zeitgleich die erste richtige Schlechtwetterfront (Ober-)Bayern, sodass seit Anfang Dezember nur schwer an Radtraining auf der Straße zu denken war. Zumindest mit dem Mountainbike konnte ich die ein oder andere Rund drehen um einen “Ersten Eindruck” zu erhalten.
Den Edge800 gibt es in zwei Farbvarianten. Einmal in schwarz/blau und einmal in schwarz/weiss. In der Grundversion ist lediglich der Radcomputer, zwei Fahrradhalterungen, Ladegerät und ein USB Kabel enthalten. Im sogenannten “Bundle” ist alles wie oben abgebildet, also zusätzlich mit Premium Comfort Pulsgurt und GSC10 Sensor enthalten. Also teuerste Version ist noch das “Bundle City Navigator” mit allem Zubehör und gleichnamiger “europaweiten” City Navigator Karte auf einer mitgelieferten MicroSD Karte enthalten. Der von Garmin nun mitgelieferte Textilbrustgurt unterscheidet sich vom “alten” Premium Comfort Gurt, welchen ich damals mit dem Forerunner 310xt bekommen hatte. Dieser hatte einen “Butterfly” Verschluss und der neue Gurt ist dem schon länger erhältlichen Polar WearLink+ nachempfunden.
Der Edge800 hat im Vergleich zu seinem Vorgänger 705 weniger Tasten. Diese benötigt man auch auf Grund des Touchscreens nicht mehr. Am linke Rand findet man den Ein- und Aussschalter. Unterhalb des Displays die “Lap/Reset” Taste auf der linken Seite und rechts die “Start/Stopp” Taste. Diese Tasten sind besonders während des Trainings nützlich. Alle anderen Eingaben erledigt man über das Touchdisplay. Die Benutzeroberfläche (englisch UserInterface) ist auf der einen Seite reaktionsschnell und zum Anderen einfach und benutzerfreundlich aufgebaut. In der obersten Menüebene gibt es Symbole und auf den darunterliegenden Ebenen meist aussagekräftige Bezeichnungen der entsprechenden Schaltflächen. So klappt der Einstieg trotz des großen Funktionsumfanges recht schnell. Dies liegt mit Sicherheit aber auch daran, dass die Bedienung über die Touchfelder selbst mit Handschuhen gut gelingt. Ebenfalls neu ist die vom Edge500 übernommene Radhalterung in welcher man den Edge800 durch eine Vierteldrehung sicher befestigt. Diese Halterung baut nicht mehr so hoch auf, die die “Schiebehalterung” des Edge800 hat im Vergleich zu seinem direkten Vorgängers. Auch ist die Halterung mittels beiliegender Gummibänder schnell und einfach befestigt und lässt sich ggf. auch schnell mal von einem zum nächsten Rad wechseln. Was Garmin beibehalten hat, ist die Integration eines barometrischen Höhen- und auch Temperatursensors. Mit diesem ist eine zuverlässige Aufzeichnung der Höhe gegeben, da die Höhenermittlung über GPS doch sehr fehleranfällig ist.
Die für den Athleten wichtigste Funktionen, sind auf der einen Seite die genaue Erfassung der Messwerte wie Herzfrequenz, Geschwindigkeit, Distanz und so weiter. Zum Anderen aber auch die entsprechende Anzeige und Auswertung dieser Daten während des Trainings. Die Erfassungsmöglichkeiten des Edge800 lassen eigentlich keinen Wunsch offen. Zu allererst steht einem ein angenehm zu tragender Brustgurt für die Herzfrequenz zur Verfügung. Des weiteren ergänzt der GSC10 Sensor den Edge um eine genauere Geschwindigkeitserfassung und um die Trittfrequenz. Wer sich nun fragt, warum man bei einem GPS Tacho die Geschwindigkeitsmessung per Speichenmagnet und Sensor erledigen lassen soll, sei an dieser Stelle an eine leichten aber dafür dauerhaft auftretenden Schwankungen der Geschwindigkeitsanzeige erinnert. Diese schwankt insbesondere bei schlechtem Empfang obwohl dies die Entfernungsmessung deutlich weniger beeinflusst. Weiter kann den Radcomputer noch um einen kompatiblen Leistungssensor von z.B. SRM, Quarq oder neuerdings auch Saxonar erweitert werden. Letzterer Leistungssensor, der Power2Max wird mir ab Anfang Januar an meinem Trainingsrad zur Verfügung stehen und auch Inhalt eines ausführlichen Test werden. Aber genauso flexibel wie die Sensorvielfalt, zeigen sich die verschiedenen Anzeigemöglichkeiten während des Trainings. Es lassen sich bis zu fünf verschiedene Displays mit jeweils zwischen 3 und 10 verschiedenen Anzeigewerten einstellen. Zusätzlich gibt es noch Displays für die Kartendarstellung/Navigation, der Höhendaten/Höhenkurve und dem virtuellen Partner. Alle Anzeigemöglichkeiten im Einzelnen:
Besonders hervorzuheben ist meiner Meinung nach die Anzeige des HF-Bereichs (Zielzone) bzw. einer HF-Kurve und sofern vorhanden die Leistung (3s Ø bzw. 30s Ø) und Leistung in % der FTP.
Trotz der vielen Daten, welche der Edge800 erfassen, anzeigen und auch speichern kann, ist die Aufzeichnungszeit nicht zu kurz bemessen. Sofern man ohne Leistungsmesser trainiert wird automatisch “smart” aufgezeichnet, was einem variablen Speicherintervall zwischen 1-4sek bedeutet. Sobald ein Leistungssensor verwendet wird, wir automatisch im 1s Intervall gespeichert. Auf den internen Gerätespeicher selbst passen schon mehre Duzend Trainingsstunden und sobald man eine MicroSD Karte eingesetzt hat, werden es mehr als die meisten Radfahrer in einer ganzen Saison trainieren. Ein ebenso positiver Aspekt ist, dass der Edge800 die Daten direkt im *.fit Format schreibt, so dass jeder Computer, egal ob Mac oder PC darauf zugreifen kann. Er wird nämlich an diesen Computern automatisch als Massenspeicher erkannt. Nun muss man nur noch für sein eigenes System eine passende Software finden, sofern man nicht Garmin Connect oder das Garmin Training Center verwenden möchte.
Nachdem ich so viele positiven Eigenschaften hervorgehoben habe, so hat der Edge auch diverse Nachteile oder schwächen. Zu allererst ist mit das spiegelnde Display aufgefallen, welches ich selbst bei diffusem Licht im Winter schon als störend empfinde. Es bleibt abzuwarten ob man sich entweder daran gewöhnt oder mit Hilfe einer Schutzfolie abhilfe schaffen kann. Der zweite Nachteil ist, dass Garmin im Vergleich zum Forerunner 310xt das Auslesen per ANT+ USB Stick fallen gelassen hat. So muss man jedes Mal, wenn man die Daten Auslesen will, die Gummi Schutzklappe am USB Anschluss abfummeln und das Kabel anstecken zu können. Ein Auslesen per ANT+ wäre deutlich angenehmer gewesen. Immerhin lassen sich die Gummiabdeckungen mittels zweier Schrauben selbst wechseln.
Mit den folgenden Screenshots schließt sich auch mein erster Eindruck. Auf Grund der aktuellen Witterung ist ein ausführlicher Test der Navigationsfunktionen On- wie Offroad nur schwer möglich. Diese Themen werden genauso wie “Geplanten Trainingseinheiten / Intervalltrainings”, Virtual Partner, Strecken und Garmin Custom Maps im ausführlichen Testbericht Ende Februar genauestens vorgestellt. Auch bin ich der Überzeugung, dass man ein Gerät wie den Edge800 nicht innerhalb von wenigen Tagen ausgiebig genug im gewöhnlichen Training austesten kann. Hierfür bedarf es einfach einer gewissen Zeit.
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Um einen tiefergehenden Eindruck von einem Gerät zu bekommen, benötigt man außer viel Liebe zum Thema ca. zwanzig bis vierzig Arbeitsstunden und unzählige Trainingseinheiten mit mehr als meinem normalen Trainingsequipment. Schaut man zusätzlich noch in die Kommentare meiner Artikel so sieht man, dass ich zusätzlich jede auftauchende Frage zu beantworten versuche. Wenn Dir bei Deiner Kaufentscheidung mein Artikel hilfreich war, dann kannst Du mich mit dem nebenstehenden oder einen der vielen anderen Amazon Produktlinks unterstützen und somit in Zukunft noch mehr Tests&Reviews ermöglichen. Einfach anklicken und darüber bei amazon.de einkaufen.
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Quellenverzeichnis:
Garmin Edge800 Bedienungsanleitung
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Dieser Eintrag wurde von LukeNRG am 12. Dezember 2010 um 23:09 geschrieben und unter ANT+, Cyclecross, Erster Eindruck, Garmin, GPS, Leistungsmessung, MTB, Navigation, Outdoor, Radtacho, Rennrad, Test, Triathlon, Zeitfahren veröffentlicht. Verfolge alle Antworten zu diesem Artikel über RSS 2.0. Du kannst ein Kommentar schreiben oder einen Trackback von Deiner Seite einrichten.
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#2 Artikel von Roland (Vor einem Jahr)
Hallo Luke,
interessant.
Ich bin dieses Jahr 4500 km mit dem Edge 705, Standardgurt und GSC10 gefahren.
Fazit:
Mischung barometrische und GPS Höhenmessung nicht optimal. Beim Upload nutze ich immer erfolgreich die Höhenkorrektur eines Plug-In im SportTrack.Ausweg:Kalibrierung beim Start über bekannte Höhe
Bin gespannt, ob diese Problem gelöst wurde oder ob jetzt noch fehlerhafte vertikale Werte die Verwirrung größer werden lassen.
Skeptisch bin ich bezüglich
Touch-Screen:
Nachteile im Kontrast und Helligkeit sind beim interaktiven Screen nicht vermeidbar (hast Du ja indirekt bestätigt).
Unverzichtbar halte ich das Umschalten der Anzeige über sicher bedienbare seitliche Tasten, da diese mittels Daumen auch bei hoher Belastung in kritischen Fahrsituationen bedehnbar bleiben.Nun wüsche ich Dir eine “Schönwetterfront” zum Testen.
Gruß Roland - Kommentare des Artikels abonnieren
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Hallo,
du bist für mich eine sehr zuverlässige Informationsquelle, daher habe ich mal eine Frage. Ich habe seit 2 Wochen eineEdge 800. Bis jetzt lief er reibungslos. Doch heute habe ich eine Runde gedreht.Und währen der Fahrt bei Geschwindigkeiten um die 26-28 sprang bei mir immer wieder der Auto Stop und Autostart an. Die GEschwindigkeit sprng im Display immer wieder auf Null obwohlich gefahren bin. Die GPS -Sateliten hatte er alle gefunden. Es kam auch im Nachgang heraus das er Spitzengeschwindigkeiten von 193 aufgezeichnet hat. Kannst du mir da helfen??
Würde mich über Hilfe freuen. geht auch über reviloo@gmx.de